Samstag, 06. Februar 2010 um 13:09 Uhr

Warum man sich der persönlichen Interessen von leitenden Angestellten, gegen die Unternehmensinteressen, bewusst sein muss.

Written by News für B2B Marketing und Vertrieb technischer Investtionsgüter
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Es ist ein durchaus normaler und menschlicher Faktor sein Eigeninteresse vor das Interesse des Unternehmens zu stellen. Auf den ersten Blick eine durchaus Negative und für viele eine unakzeptable Vorgehensweise. Man muss sich aber durchaus der Realität stellen.

In den USA wurde durch einen Artikel eines ehemaligen Microsoftmitarbeiters (Dick Brass) in der New York Times, der dort zwar schon vor sechs Jahren ausgeschieden ist, aber im Status eines Vice-President war, eine sehr intensive Diskussion über Microsoft im speziellen, aber auch über die Moral und Ethik von leitenden Mitarbeitern in größeren Hightechunternehmen, gestartet. Die Wogen schlagen derzeit sehr hoch, obwohl die Inhalte Insidern schon seit Jahrzehnten bekannt sind.

Inhaltlich ging es um das Problem, dass viele und größere Unternehmen haben, dass Innovationen einzelner Mitarbeiter oder kleiner Gruppen, durch Eigeninteresse leitender Mitarbeiter unterdrückt werden. In diesem speziellen Falle die Aussage eines Vice-President eines speziellen Bereiches,  nur dann eine neue Innovation (Cleartype) zuzulassen, wenn sie aus seinem Bereich käme, beziehungsweise ihm persönlich gutgeschrieben würde.

Natürlich ist dies grundsätzlich eine Vorgehensweise gegen das Unternehmen und seine Interessen. Die Realität, und nicht nur bei Microsoft, sondern auch bei sehr vielen anderen Unternehmen, ist durchaus eine andere. Dieses Beispiel aus dem Microsoft Umfeld entspricht persönlicher langjähriger Kenntnis aus anderen internationalen Konzernen im Hightech-Bereich. Es ist durchaus bei großen Unternehmen gang und gäbe, dass der leitende Mitarbeiter das persönliche Interesse vor das des Unternehmens gestellt wird.

Man muss sich bewusst sein, das große Unternehmen politischer sind als die Politik selbst!

„Um in Microsoft erfolgreich zu sein, muss man mehr Mitarbeiter zugeordnet haben, als alle anderen“ Mary-Jo Foley, ZDNet „All about Microsoft“.

Dieser gerade in den USA stattfindende“ Sturm im Wasserglas“, bewirkt bei Insidern mehr ein schwaches schmunzeln als großartige Entrüstung. Die über Jahrzehnte entstandene Resignation überwiegt hier. Die oben getroffenen Aussagen treffen auf fast jedes Großunternehmen in diesem Bereich zu.

Was kann man daraus lernen?

Als Unternehmensführung sollte man sich der menschlichen Natur, auch im eigenen leitenden Angestelltenbereich, absolut bewusst sein und durch eine kontinuierliche Überwachung, ob leitende Angestellte im Eigeninteresse oder im Interesse des Unternehmens agieren, einer solchen Situation vorzubeugen. Dass dies in der Realität absolut schwierig ist, ist jedem, der in einer vergleichbaren Situation war, bewusst.

Man sollte die Zielvorgaben für leitende Mitarbeiter überdenken. Wer eine Firmenkultur des Egoismus fördert, da er meint, dass nur durch Egoismus entsprechender Erfolg erzielt werden kann, darf sich nicht wundern, dass dieser Egoismus irgendwann auf ihn als Unternehmen negativ zurückfällt. Wir haben zwar seit Jahrzehnten in Personalgesprächen und Einstellungsgesprächen immer wieder das geäußerte Verlangen nach Teamfähigkeit, setzen aber unsere Zielvorgaben leitender Angestellter so an, dass diese nur äußerst egoistisch vorgehen müssen, um erfolgreich zu sein. Hier klafft ein durchaus deutlich eine Lücke zwischen Realität und Theorie.

Op-Ed Contributor - Microsoft’s Creative Destruction - NYTimes.com http://nyti.ms/cHfQNb
Last modified on Montag, 08. März 2010 um 09:45 Uhr
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